Feb
22
2009

Schlipfgrub Reibn 1422m (ca. 1780 hm) von Brannenburg, Bayerische Voralpen

Im Schatten des Wendelstein

Bedingt durch die angespannte Lawinensituation haben wir uns für einen “Geheimtipp bei Pulverschnee im Hochwinter” entschieden. Laut den Schneefällen der vergangenen Tage und den Versprechungen des Panico-Führer sollte diese Reibn unsere Suche nach der “perfekten Abfahrt” befriedigen. Johnny und Lolo trafen sich mit Poschi in Brannenburg. Die Woche Fachübungsleiterausbildung auf der Lizumer Hütte hatte deutliche Spuren bei Letztgenanntem hinterlassen. Frohen Mutes erzählte Poschi seine Erfahrungen und war froh, wieder mit seinen alten Kameraden auf Tour zu sein. Im dichten Wald war Spurarbeit in schwerem Pulverschnee angesagt. Im Handumdrehen erreichten wir die Schuhbräualm und stiegen am abgeblasenen Südrücken auf den Mitterberg. Wenige Meter rechts von uns hatte sich eine imposante Wechte gebildet(siehe Foto)!

Nach einer kurzen Abfahrt steuerten wir auf den Gipfel des Fahrenpoint zu, den wir uns mit zwei anderen Tourengehern teilten. Über freie Waldschneisen ging es in einigen schönen Schwüngen bis an den Kleinen Jenbach hinab. Dort zogen wir erneut die Steigfelle auf, um über Schuhbräu- und Rampoldalm in Richtung Rampoldplatte aufzusteigen. Leider wurde der Wind am Grat immer stärker und Schneefall setzte ein. Dies veranlasste uns dazu, auf 70 Höhenmeter unter dem abzubrechen und die Abfahrt anzutreten. Mit Freudenschreien rauschten wir 700 Höhenmeter ins Tal.

Start: Sagbruck-Parkplatz bei Brannenburg (680m)

Verlauf: Schlipfgrub-Alm (850m)  -  Schuhbräualm (1157m)  -  Mitterberg (1214m)  -  Abfahrt nach Norden  -  Fahrenpoint (1273m)  -  Abfahrt nach Südwesten (830m)  -  Schuhbräualm (1157m)  -  Rampold-Alm (1210m)  -  Vorgipfel Rampoldplatte (1350m)  -  Abfahrt ins Tal (680m)

[youtube rz9QE20iQ9s]

Geschrieben von Lolo in: Skitouren | Schlagwörter: , , , , ,
Jan
31
2009
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Loferer Schihörnl 2286 m (1700 hm) von Lofer, Loferer Steinberge

Steiles Spitzkehrentraining im Hochnebel

Trotz des Fehlen von Poschi haben wir uns am Samstagmorgen wieder aufgemacht, um einen Berg mit Ski zu besteigen. Diesmal führte uns die Reise am Chiemsee vorbei, über Inzell und Schneizlreuth nach Lofer. Von dort sind es nur noch wenige Kilometer zum Parkplatz im Loferer Hochtal. Mit René, seinem Vater Fred, Johnny, Stephan, Franz und Lolo fand sich eine gute Truppe zusammen. Gestartet wurde auf einer Höhe von 680 Metern am Parkplatz der “Schmidt Zabierow Hütte”. Der erste Teil des Anstiegs leitete uns, entlang des Sommerweges, durch steilen, lichten Wald in eine rinnenartige Steilmulde, die einem gigantischen Kanonenrohr gleicht. In dichtem Nebel ging es dort bis auf 1650 Meter hinauf. Am Ende dieser Rinne sah man langsam die Sonne durch den Nebelschleier blitzen. Und zehn Minuten später erfreuten wir uns an einer sonnigen Rast in feinstem Pulverschnee über den Wolken. Welch ein Traum…

Über dem Wolkenmeer in einer anderen Welt

Wenige Schritte hinter unserem Rastplatz zeigte sich zum ersten Mal der Gipfel des Loferer Schihörnls. Bei der Durchquerung der sog. “Wehrgrube” verlor man ein paar Höhenmeter. Doch im Anschluss waren wir auch schon am letzten Aufschwung angelangt und nach einer kurzen, steilen Querung erreichten wir den Ostgrat. Dort bot sich uns ein atemberaubendes Panorama gen Süden, mit Großglockner, Großvenediger und weiteren bekannten Gipfeln, die aus dem Wolkenmeer herausragten. EinigeMinuten und unzählige Fotos später kamen wir am kleinen, eisernen Gipfelkreuz des Loferer Schihörnls an. Die Abfahrt war der reinste Pulverrausch in herrlichem Skigelände. Aber nur bis uns der nebelige Schlund des Kanonenrohrs verschluckte, um uns 600 Meter weiter unten wieder auszuspucken.

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Geschrieben von Lolo in: Skitouren | Schlagwörter: , , , , ,