Jan
06
2011

Mangfall Haute Route von Oberaudorf nach Lenggries (ca. 4500 hm und 80 km), Mangfall Gebirge

In zwei Tagen durch das Mangfall-Gebirge

„Drei Tage brauchen in der Regel die Schnellen, fünf bis sechs Tage Genießer.“ So formulierte es einst Manfred Scheuermann, als er die Tour vorstellte.

Wir hatten nicht viel Zeit und sagten uns. Das schaffen wir auch in zwei.

Und so starteten wir an Heilig Drei König um 07.15 Uhr morgens an der Liftstation der Hocheckbahn in Oberaudorf. Steil ging es in aller Frühe die Skipiste hinauf und weiter zum Brünnsteinhaus bzw. der Bergwachthütte. Von dort führte die Tour vorbei an der Himmelmoos- und Seeon-Alm in Richtung Steilner Joch, um hinauf zum Unterberger Joch zu kommen. Die Abfahrt nach Süden durch das Nesseltal lief hinaus bis zur Hauptstrasse, nahe der Bäckeralm.

An der Strasse angekommen skateten wir im Langlaufstiel ein paar hundert Meter bis an den Einstieg  der Urspungpass-Strasse, am Abzweig des Forstweges zum Sillberhaus. Auf dem Sillberghaus machten wir nach ungefähr sechseinhalb Stunden Gehzeit die erste größere Pause und gönnten uns ein kleines Brotzeitbrettl zur Stärkung. Sehnsüchtig bestellten wir uns Spezi. Aber das süßeste was uns der Koch anbieten konnte war Almdudler und eine Apfelsaftschorle. Da es auf dem Sillberghaus nur gesunde Sachen gibt. Frisch gestärkt ging es unendlich flach in das Rotwandgebiet. Vor uns türmten sich die Ruchenköpfe auf. Wir umgingen den Soin See rechts herum zur Großtiefental-Alm. Die letzten Höhenmeter für diesen Tag führten hoch zum Miesing-Sattel und weiter zum Taubensteinhaus, wo wir nach zehn Stunden an der frischen Luft, unsere Nacht verbrachten.

Am zweiten Morgen starten wir erneut bei Tagesanbruch. Als erster fuhren wir die Skipiste zur Talstation der Taubensteinbahn hinunter, um auf der anderen Seite unter der Stümpflingbahn zum Rosskopf aufzusteigen. Anschließend nahmen wir die Suttenabfahrt zwischen den Skifahrern hindurch zur Talstation der Suttenbahn.

Kurz vor der Hufnagel Stube, zweigte der Weg nach Westen ab, um über die Rottach-Alm zum Wallberghaus zu kommen. Wir sparten uns den kurzen Anstieg zur Bergstation und fuhren die ersten Meter auf dem Sommerweg hinunter und querten später in die eigentliche Skipiste, die and die Talstation der Wallbergbahn führte.

An Wochenenden verkehren hier Busse, die einen weiter befördern. Leider an diesem Freitag nicht. Glücklicherweise war aber eine nette Tourengeherin bereit, uns die zehn Kilometer zum weiteren Einstieg an die Winterstube/Klamm zu fahren. Wir fellten erneut an und Stefan bemerkte, dass sein Fellspanner an der Spitze gerissen war. Zusätzlich versagte dann auch noch der Fellkleber und wir behalfen uns mit ein wenig Tape das Fell zumindest provisorisch hinzukleben. Leider vergebens! Das Fell löste sich wenige hundert Meter später wieder ab. Zum Glück ging es nur flach hinauf bis zur Schwarzentenn-Alm, was er auch ohne Fell schaffte. Der Hüttenwirt half uns mit einem ordentlichen Klebeband weiter. Nach einer kurzen Spezi-Pause stapften wir den letzten Anstieg durch den Wald auf der Via Alpina hinauf zum Seekarkreuz.

Die Abfahrt nach Lenggries war nochmals ein kleines Abenteuer. Wir fuhren durch den Wald, der kaum Schnee hatte und mussten bei jedem Schwung aufpassen, dass wir nicht über einen Baumstumpf flogen. Die Abfahrt lief wunderbar bis an das Ende der Forststraße hinaus. Nach ca. 15 Minuten erreichten wir dann zu Fuß den Bahnhof von wo es nach gut acht Stunden auf den Skiern wieder zurück nach Oberaudorf ging.

Höhenprofil
GPS-Track (Download)

Geschrieben von Poschi in: Skitouren | Schlagwörter: , , , , , ,
Mrz
08
2009
652

Rotwandreibn (ca. 1800 hm) vom Spitzingsee, Mangfallgebirge

Trauma vermieden, Klassiker abgehakt

Aufgrund der nach wie vor angespannten Lawinensituation in den Österreichischen Alpen, begaben wir uns an diesem Wochenede in die Bayerischen Voralpen, um eine lang ersehnte Traditionstour um die Rotwand zu starten. Bei den äußerst widrigen Verhältnissen trauten sich nur Lolo, Johnny und Poschi an die frische Bergluft.

Bereits zweimal scheiterten wir an dieser Tour. Im Februar 2006 auf Grund unserer konditionellen Schwächen und im November 2007 waren die extrem schlechten Wetterbedingungen Schuld daran, dass wir nicht zum Ziel kamen.

Diesesmal jedoch sollte es endlich klappen. Johnny konnte uns glücklicherweise mit seinen Erfahrungen in dieser Gegend, zielstrebig auf alle drei Gipfel – Rotwand (1884 m), Auerspitz (1811 m) und Miesing (1883 m) – führen. Da er schon mehrmals in diesem Gebiet seine Runden gedreht hat, war es für ihn auch kein Problem, einer anderen dreiköpfigen Gruppe, die trotz GPS die Orientierung verloren hatten, den richtigen Weg zur nächsten Hütte zu erklären.

Auch diesmal war das Wetter wieder extrem bescheiden, jedoch versperrte uns der Nebel nicht so stark die Sicht, wie vor zwei Jahren. Die Aufstiegsrouten waren eigentlich nicht weiter dramatisch, an den meisten Stellen war die Schneedecke sehr stark abgeblasen. Dagegen hatte es in den Abfahrtshängen viele Windverfrachtungen gegeben und somit hatten wir statt einer genussvollen Abfahrt, immer wieder Schwierigkeiten, die Übergänge vom Eis in den kniehohen Schnee zu bemerken.

Auch den starken Wind bekamen wir ordentlich zu spüren. Er peitschte uns den Schnee mit solcher Gewalt ins Gesicht, dass es sich anfühlte, also ob unsere Gesichter eine Dartscheibe darstellten, in die der Wind mit dem Schnee ein Bullseye werfen wollte.

In der Taubensteinhütte genehmigten wir uns am Ende noch ein sauberes Weizen, zur Entschädigung für die eingefrorenen Backen. Und als uns die Wirtin beim servieren der Getränke nach unserer Tour befragte, meinte sie erstaunt, “Es trauts eich ja wos!” Eigentlich fanden wir es gar nicht so spektakulär, nur Genusstourengehen um diese Jahreszeit, sieht halt einfach anders aus!

Geschrieben von Poschi in: Skitouren | Schlagwörter: , , , , ,