Jun
11
2009

Wandern im Großarltal, 4 Tage

Perfekter Aussichtsberg über St. Johann/Pongau

Bei strahlend blauem Himmel sind wir am Sonntag vom Sendemasten aus zum Heukareck (2099 m) gewandert. Oberhalb der Igltalalm (1507 m) schlängelt sich ein feiner Steig in Richtung Westen, bis unter die Höllwand. Dort, nach einem größeren Schneefeld, dreht der Weg auf knapp 2000 Meter nach Norden und der Gipfel des Heukarecks zeigt sich zum ersten Mal. Ab dem Wegweiser, laut dem man noch eine Stunde zum Gipfel hat, ist Lolo alleine weitergegangen. Vom Heukareck bot sich bei Kaiserwetter ein traumhaftes Panorama: Im Norden reihten sich Dachstein, Hochkönig, Loferer Steinberge und Wilder Kaiser auf. In der entgegengesetzten Richtung dominierten Keeskogel, Ankogel und Hochalmspitze das Bild. Nach nicht einmal 45 Minuten war er wieder zurück und stieg mit Julia ab durch das Igltal zur idyllischen Almhütte.

Hoch über dem Tappenkarsee

Von der Halmoosalm (1300 m) sind wir erst auf der Forstraße, dann auf einem Steig zur Karteisalm (1661 m) gewandert, die leider noch nicht bewirtschaftet ist. Oberhalb des Almgebiets öffnet sich das Tal zu einem breiten grünen Kessel, in dem man schnell an Höhe gewinnt. Vom Karteistörl (2145 m) gelangten wir in wenigen Minuten zum Kreuzeck-Gipfel (2204 m). Bei böhigem Wind marschierten wir den Pfad am Kamm entlang in Richtung Draugsteintörl. Auf der gesamten Kammstrecke konnten wir den Tiefblick zum einzigartigen Tappenkarsee genießen. Seine grüne Farbe, die sich je nach Sonneneinstrahlung verändert, ist einmalig. Dabei gings über den Gurenstein (2219 m) und östlich am Karteiskopf vorbei immer auf der Gratschneide entlang. Vom Draugsteintörl (2077 m) aus stiegen wir eine gute halbe Stunde zu den Draugsteinalmen ab, wo das urige Sennerpaar mit einer Jausen wartete. Gestärkt und ausgeruht war auch der restliche Abstieg kein Problem mehr.

Na wie heißt er denn: Schuhflicker oder Arlspitze?

Auf den ein oder anderen Schauer eingestellt, starteten wir heute von Pointgrün (1270 m) auf dem Steig in Richtung Aualm (1795 m). An selbiger nagelneuen “Almhütte” vorbei führte uns ein schöner Weg über den Liechtensteinkopf bis an den Fuß des Schuhflickers. Bis auf ein kleines Schneefeld in der Gipfelflanke ist der Aufstieg komplett schneefrei, leider noch etwas matschig. Der starke Westwind flaute während unserer Gipfelrast ab, so dass wir den atemberaubenden Tiefblick zum verschneiten Schuhflickersee genießen konnten. Wie der Gipfel nun wirklich heißt, ob Schuhflicker oder Arlspitze (2214 m), kann sich der Bergwanderer selbst aussuchen. An der benachbarten steilen Felsnadel fielen mir einige Bohrhakenrouten in rauhem Fels auf, die auf Wiederholer warten. Beim Bergab übers Arltörl (1797 m) zum Ausgangspunkt fehlt zur perfekten Tour nur eine urige Almhütte, statt der Gast- und Wirtshäuser des nahen Skigebiets. Mit den gut 1000 Höhenmetern waren wir 5,5 Stunden beschäftigt – ohne einen Regentropfen.  

Zum Eingehen die Hausrunde

Nach der Anreise sind Lolo und Julia am Nachmittag noch eine kleine Rundtour gewandert. Vom Himmelsknoten ging es an Moslehen- und Viehhausalm (1640 m) vorbei, hinauf zum Wetterkreuzsattel (ca. 1800 m). Dort machte der Ort seinem Namen alle Ehre: Über den Rücken zogen tiefe Wolkenfetzen, die erste Regentropfen mit sich brachten. Beim Absteig zwang uns ein Regen- und Graupelschauer in der Igltalalm (1507 m) einzukehren. Nach kurzer Rast begleitete uns jedoch die Sonne beim Abstieg in Richtung Unterviehhaus. Danach schloss sich der Kreis mit einem kurzen Gegenanstieg zum Parkplatz. Spruch des Tages:  A Madl ohne Bua, ist wie a Bergsteiger ohne Schuah.

Geschrieben von Lolo in: Allgemein | Schlagwörter: , , , , , , , ,