Apr
10
2009

Große Reibn (ca. 4400 hm) von Schönau a. Königssee, Berchtesgadener Alpen

“D´groo Reibn hald”

Für die einen ist es der Skitourenklassiker in den Ostalpen, für die anderen ist die Große Reibn die bekannteste Skitour der Berchtesgadener Alpen. Dabei handelt es sich um eine zwei- bis viertägige Durchquerung, die den Königssee in einem riesigen Bogen im Uhrzeigersinn umrundet. Hier kurz einige Daten zur Tour:

1. Tag: 3300 Höhenmeter, 31 Kilometer, 11:30 Stunden (davon 8:30 h reine Gehzeit), je 4 Aufstiege und Abfahrten
Übernachtung Kärlingerhaus

2. Tag: 1100 Höhenmeter, 21 Kilometer, 5:30 Stunden (davon 4 h reine Gehzeit), je 2 Aufstiege und Abfahrten

Der weite Weg zum Funtensee

Erst bei der Hinfahrt nach Berchtesgaden haben wir, Poschi und Lolo bemerkt, dass der erste Tag mit 2200 Höhenmetern und 28 Kilometern angegeben war. Doch da wir uns die Bergfahrt mit der Jennerbahn sparten, kamen nochmal 1100 Hm und gut drei Kilometer Strecke hinzu. Mit T-Shirt und Sonnenbrille reihten wir uns in die Karawane an Skibergsteigern ein, die auf den Schneibstein (2276 m) pilgerte. Der erste Gipfel war erreicht, doch ein Blick aufs GPS beunruhigte uns: “Wenn wir so weitergehen, dann kommen wir um halb acht auf der Hütte an”, sagte Poschi ungläubig. Dies sollte sich später allerdings bewahrheiten…
Nach einer kurzen Abfahrt ging es weiter mit Fellen an den Skiern auf den Schlumkopf (2204 m). Wiederum folgte ein kurze Abfahrt. Beim Aufstieg am Kahlersberg vorbei trafen wir zwei junge Burschen, Robert und Seppe, die uns den Rest der Tour begleiteten. Im Anschluss, beim Aufstieg in Richtung Teufelshorn, begegnete uns ein Paar, das die Reibn in anderer Richtung an einem Tag ging und schon seit 13 Stunden unterwegs war: Wahnsinn! Echte Berchtesgadener! Nach der Abfahrt in den Eisgraben zogen wir erneut die Steigfelle auf und begannen den letzten Anstieg durch die lange Gasse. Diese machte ihrem Namen alle Ehre und so erreichten wir erst um halb sieben den Sattel der Niederbrunnsulzen (2368 m). Am Ende unserer Kräfte war Seppe so fertig, dass er sagte: “I glaub i muas schbeim.” Beim letzten Sonnenlicht schwangen wir zum Kärlingerhaus (1601 m) hinab, das direkt am bekannten Funtensee liegt.

Rund um den Watzmann

Nach der Übernachtung im Kärlingerhaus, das man nicht weiterempfehlen kann, da die Bewirtung nur auf Profit ausgerichtet ist, starteten wir um kurz vor acht mit schweren Beinen in Richtung Ingolstädter Haus. Mit der Sonne im Rücken marschierten wir durch die Karstfläche des Steinernen Meers bis zu einem Sattel südlich des Großen Hundstods. Von dort fuhren wir eine hart gefrorene, steile Flanke ins Hochwies ab, um anschließend ein letztes Mal anzufellen. Das Ziel hieß Kematenschneid und verlangte uns einen Aufstieg von 450 Höhenmetern ab. Der Rest war ein Kinderspiel: Auf die Abfahrt durch den Loferer Sailergraben folgte das Wimbachgries, das man noch ganz gut mit Skiern hinausfahren konnte. Eine halbe Stunde tragen zur Wimbachbrücke blieb uns am Ende aber doch nicht erspart. Bei der Heimfahrt hat uns Seppe noch zu einer gscheiden Brotzeit zu sich nach Höglwörth eingeladen. Besten Dank nochmals an seine Mutter!

Höhenprofil
Grosse_Reibn.gpx (Download GPS-Track)