Aug
01
2009

Gabler (3263 m) und Roßkopf (2845 m) vom Ghs. Finkau, Zillertaler Alpen

Traumwetter und brüchiger Granit

Wir stehen kurz vor unserem Saisonhöhepunkt, der Reise nach Peru, um hoffentlich in ca. vier Wochen den Huascaran besteigen zu können. Bevor wir jedoch mit dem gesamten Gepäck nach Südamerkia fliegen, wollten wir gemeinsam eine kleine Testtour untenehmen, um neu angeschafftes Material und altbewährtes zu testen.

Wir entschlossen uns in die Zillertaler Alpen zu fahren, um dort in der Höhe ein paar rote Blutkörperchen zu bilden. Schwer beladen stapften wir von der Finkaualm (1420 m) den Fahrweg hinauf zur Materialseilbahn der Zittauer Hütte und von dort aus dem Wanderweg folgend, direkt zur Hütte (2.328 m).

Gabler vs. Reichenspitz

Neben der Hütte wollten wir später unser Lager für die Nacht aufschlagen, daher deponierten wir Zelte und Schlafsäcke und schauten Richtung Südwesten zu Reichenspitz und Gabler. Auf einen der beiden Gipfel wollten wir noch. Bei bestem Wetter waren wir hochmotiviert die Reichenspitz (3303 m) zu besteigen. Als wir allerdings über das steile und schneebedeckte Wildgerloskees hinaufstiegen, zogen von Westen ein paar Quellwolken auf und wir wussten nicht so recht, ob wir der ganzen Sache trauen sollten. Wir entschlossen uns den Gabler  (3263 m) zu besteigen. Bei schöner Blockkletterei über teils brüchigem Granit kletterten wir am Grat entlang und erreichten nach gut fünf Stunden und 1800 Höhenmeter den höchsten Punkt auf 3263 m. Der Gipfel war gerade so schmal, dass wir uns hintereinander im Reitersitz auf den Grat setzen konnten – an eine große Gipfelrast war nicht zu denken.


Adieu Zelt

Zurück auf Höhe der Zittauer Hütte errichteten wir unser Lager für die Nacht und stellten fest, dass wohl alle windgeschützen Plätze für Zelte leider ungeeignet waren. Später schlug uns der Hüttenwirt (einer der freundlichsten und hilfsbereitesten Hüttenwirte, den wir seit langem kennen gelernt haben) noch eine paar Ziele für den nächsten Tag vor.  Als Dankeschön tranken wir ein paar Bier und bei sternklarer Nacht quartierten wir uns in den Zelten ein.

Die Nacht im Zelt war äusserst lang. Der Wind peitschte an die Seitenwände der Zelte, so dass wir kaum schlafen konnten. Zum Leid von Johnny drückte eine Windböe am nächsten Morgen die Seitenwand seines Zeltes so stark zusammen, dass auf der gegenüberliegenden Seite die Alustangen auseinander gerissen wurden, und die Schlaufen für die Stangen rissen.

Am Grat versteckte sich ein Edelweiß

Etwas enttäuscht packten wir unser Gepäck zusammen und wollten auf Empfehlung des Hüttenwirtes über die Rainbachscharte (Gerlosjoch) auf den Hohen Schäflkopf. Was der Wirt leider nicht wusste, dass wir allesamt riesige Rucksäcke auf den Rücken geschnallt hatten und somit war die Kletterei im III. Grad doch ganz schön angstrengend. Wir kehrten am Grat wieder um, bestiegen dann noch den (Roßkopf 2845 m) und machten uns bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg ins Tal.

Höhenprofil
Track auf den Gabler (Download GPS-Track)



Geschrieben von Poschi in: Bergsteigen | Schlagwörter: , , , , ,