Jul
26
2009

Bergtour Birkkarspitze 2749 m (ca. 1800 Hm) von Hinterriß, Karwendel

Morgendliche Frische

Ein perfekter Tag in den Bergen kündigte sich an: Schon bei der Hinfahrt nahe Holzkirchen sah ich die Laliderer Wände in der Sonne leuchten. Als wir bei 7°C auf unsere Räder stiegen kurz nach Hinterriß ins Johannestal abbogen, war von Sonne keine Spur. Frisch war es die ersten Meter, bis sich “unser Motor” auf Betriebstemperatur hochgefahren hatte. Ab dem Hermann von Barth-Denkmal auf 1400 Meter sorgte die Sonne dafür, dass uns der Schweis in Strömen herunterlief, zumal die Schotterstraße grober und steiler wurde.

Übers Schlauchkar auf die Birkkarspitze

Mit der 1000 Meter hohen Wand über dem Kaltwasserkar zu unserer Linken und der ein oder anderen Kuh auf der Straße bewältigten Lolo und Stephan die letzten Höhenmeter zum Hochalmsattel (1802 m). Kurz danach war das Karwendelhaus (1771 m), unsere Wechselzone, erreicht. Die Mountainbike-Schuhe wurden gegen Bergstiefel getauscht. Über eine kurze Steilstufe ging es hinein ins Schlauchkar, wo im flachen unteren Teil ein großes Schneefeld gequert werden muss. Nach einer Stunde und 15 Minuten standen wir schließlich auf dem Gipfel der Birkkarspitze (2749 m), immerhin 1000 Höhenmeter über dem Karwendelhaus. Bei perfekter Fernsicht schweifte der Blick von der steilen, felsigen Karwendelkette über die bayerischen Voralpen bis hinüber zur Zugspitze. 


“Karbon statt Kondition!”

Über die drei Ödkarspitzen setzten wir unsere Tour fort. Der Steig führt teils mit Drahtseilen gesichert am Grat über das Gipfeltrio, dessen höchster Punkt mit einem Steinmann markiert ist. Der Abstieg über den Brendelsteig ist mühsam zu gehen und erfordert vor allem im unteren Teil konzentriertes Steigen. Als wir wenig später am Karwendelhaus ankommen, trauen wir unseren Augen nicht: Mehrere Dutzend Mountainbiker belagern die Hütte mit ihren Fahrrädern und vom Tal kommen immer neue “Sonntagsfahrer” hinzu. Deshalb machten wir uns nach dem Auffüllen der Flaschen gleich auf den Weg in Richtung Kleiner Ahornboden. Doch anstatt das Johannestal hinauszufahren entschieden wir uns, zur Falkenhütte hinaufzufahren. Von 1400 Meter ging es nochmal hinauf auf 1848 Meter, wo die Falkenhütte neben der berühmten Herzogkante der Laliderer Spitze thront. Die Schotterpiste wird nach der Ladizalm so steil, dass man im ersten Gang gerade noch hinauffahren kann, vorausgesetzt man vertritt die Meinung: “Kondition statt Karbon!”




Die Abfahrt durchs Laliderertal

Das Radler auf der Falkenhütte schmeckt nach gut 2500 Höhenmetern besonders gut. Vom Spielissjoch mussten wir die Räder ein Stück schieben, ehe die rasante Abfahrt durchs Laliderertal unsere volle Konzentration forderte. Der grobe Schotter zwang Stephan einmal zum unfreiwilligen Absteigen, was glücklicherweise nur mit einem aufgeschlagenen rechten Knie endete. Am Ende der Tour zeigte mein Tacho 45,45 Kilometer an, was gespickt mit den Höhenmetern und der zu Fuß zurückgelegten Strecke ein beachtliches Gesamtpacket ergibt.


 Sport-Thieme