Aug
19
2009

Peru: Urus (5495 m), Ishinca (5530 m) und Tocllaraju (6034 m) von der Quebrada Ishinca

Arriero Clemente

Nach einstuendiger Fahrt ueber Schotterpisten und Schlagloecher sind wir an unserem Ausgangspunkt in Cochapampa angekommen. Dort, auf knapp 3800 Metern Hoehe, erwarteten uns neben einem Fussballfeld zwei Traeger (Arrieros) und drei Esel (Burros). Zwei der Vierbeiner belud unser Arriero, genannt Clemente, mit unseren hellgruenen Seesaecken. Nach wenigen Metern war Clemente und seine Tiere auf und davon und wir mussten die vier Stunden alleine ins Basislger auf 4380 Metern zuruecklegen. Dort angekommen, stellten wir unsere Zelte neben einer grossen Steinhoehle auf, die uns in den naechsten Tagen als Essplatz, Aufenthaltsraum und Depot dienen sollte. Den folgenden Tag nutzten wir zur Akklimatisation: In drei Stunden wanderten wir auf einen See auf 5000 Meter Meereshoehe.

Ein Leben mit Kopfweh

Um uns fuer hoehere Aufgaben zu qualifizieren, stand erst einmal der erste Fuenftausender an: Nach einem gemuetlichen Fruehstueck starteten wir um sechs Uhr mit dem steilen Aufstieg in Richtung Urus. Dieser Gipfel liegt noerdlich des Basislagers, ist 5495 Meter hoch, aber technisch unschwierig. Beim Auf- und Abstieg war ein leichtes Kopfweh unser staendiger Begleiter: Die fehlende Anpassung an die Hoehe und die bedingungslos herabbrennende Sonne taten das Ihre dazu. Um 11 Uhr erreichten wir bei bestem Wetter den Gipfel, der fuer Poschi und Ferdl einen neuen Hoehepunkt markierte.


Lang, laenger, Ishinca

Tags darauf begannen wir unseren Aufstieg ins Richtung Nev. Ishinca (5530 m) schon um vier Uhr. Bei Dunkelheit legten wir einen Grossteil des langen Weges zum Gletscher zurueck. Als uns am Grat, etwa eine Stunde vom Gipfel entfernt, die Sonne erreichte, schwanden unsere Kraefte rapide: Beim Abstieg ueber ein flaches Gletscherbecken zog uns die Sonne die letzten Koerner aus den Beinen. Kurz vorm Sonnenstich stolperten wir das lange Seitental zurueck in unser Basislager. Sichtlich angeschlagen nutzten wir den naechsten Tag zur Erholung und mentalen Vorbereitung auf unseren ersten Sechstausender.

Baden, Ausruestung packen und beschaedigtes Material reparieren waren angesagt. Dabei enpuppte sich Ferdl zum Handwerker mit der Bergzeugkiste :-) . Dank ihm waren die Hosen von Poschi und Lolo, sowie der gebrochene Karbonstock von Poschi im nu wieder halbwegs ganz.

Schwer bepackt hinauf ins Hochlager

Mit einem Kribbeln im Bauch machten wir uns mit teils grenzwertig bepackten Rucksaecken auf den Weg in Richtung Tocllaraju (6034 m). Fuer die 900 Hoehenmeter benoetigten wir vier Stunden. Auf 5300 Meter, mitten im Gletschereis, errichteten wir unser Lager fuer die kurze Nacht. Um zwei Uhr in der Nacht weckte uns das Piepen unserer Uhren. Bei sternenklarer Nacht stapften wir um Viertel nach drei im Schein unserer Stirnlampen, mit Steigeisen an den Fuessen bergan.

Nach 20 Metern kamen uns eine Gruppe “Bergsteiger” samt Fuehrern entgegen. Sie sprachen von herabstuerzenden Eisbrocken, die sie nur um Haaresbreite verfehlt hatten. Unbeeindruckt von den geschockten Gesichtern setzten wir unseren Aufstieg in Richtung Nordwestgrat fort. Nach einigen Steilstufen und Steileisklettereien erreichten wir in technisch anspruchsvollem Gelaende nach sechs Stunden den Gipfel, der nichts weiter als ein wolkenkratzergrosser Serack ist.

1600 Meter weiter unten

Am Abend, als wir ins Basislager zurueckgekehrt waren, feierten wir unseren ersten gemeinsamen Sechstausender in der nachegelegenen Ishincahuette. Bei einer Flasche Rotwein und ein paar Cervezas beglueckwuenschten uns auch die Fuehrer der gescheiterten Gruppe.

Nach sechs Tagen Expeditionsnahrung ging es mit unserem bewaehrten Arriero Clemente zurueck in die Zivilisation. In Huaraz angekommen zaehlte nach einer warmen Dusche nichts anderes mehr als essen, essen und nochmals essen. Den Abend liessen wir an Lolos Geburtstag mit einem fleischlastigen Abendmahl ausklingen.

In zwei Tagen gehts nach Musho, an den Fuss des 6768 Meter hohen Huascaran. Bis dahin goennen wir uns noch ein paar ruhige Stunden in Huaraz.



Geschrieben von Lolo in: Bergsteigen | Schlagwörter: , , , , , ,
Aug
11
2009
165

Peru: Laguna Churup (4450 m)

Rasantes Taxivergnuegen

Leider zeigte sich das Wetter heute nicht von seiner schoensten Seite. Stark bewoelkter Himmel versperrte uns die Sicht auf die Riesen der Cordillera Blanca. Nach einem ausgiebigen Fruehstueck mit reichlich Koka-Tee bestellte uns der Hausherr ein Taxi. Unser Ziel fuer den heutigen Tag sollte eine Lagune auf fasst 4500 Metern sein. Um zum Ausgangspunkt nach Pitec (3800 m) zu gelangen, chauffierte uns ein uralter Toyota ueber Stock und Stein eine unbefestigte Bergstrasse hinauf. Voellig durchgeruettelt kamen wir nach 45 Minuten am Rande des Huascaran Nationalparks an. Fuer 45 Soles haben wir uns ein Ticket fuer die naechsten Wochen besorgt.

Die duenne Luft bemerkten wir bereits nach wenigen Metern hinauf zur Laguna Churup. Der Pfad fuehrte auf einer Moraene bis zum Fusse eines Wasserfalls. Oben angekommen schnauften wir die 4450 Meter duenne Luft ein paar Minuten lang ein. Da es schliesslich zu regnen begann, machten wir uns rasch wieder auf den Weg zu unserem Taxifahrer, der die vier Stunden souveraen auf uns gewartet hatte.

Im Anschluss erledigten wir auf dem Markt unsere letzten Einkaeufe, um fuer die naechsten sechs Tage verpflegt zu sein. Nun sitzen wir bereits auf gepackten Seesaecken und warten auf den morgigen Aufbruch ins Ishincatal, um die ersten grossen Gipfel zu besteigen.

Wir melden uns daher voraussichtlich erst wieder am 19.08 (Lolos Geburtstag) zurueck. Hasta luego!!!

Geschrieben von Poschi in: Bergsteigen | Schlagwörter: , , ,