Jun
26
2009

Eiskurs auf der Franz Senn-Hütte (2145 m), Stubaier Alpen

Unsere AV Sektion Kelheim veranstaltet  jedes Jahr einen Eiskurs. Dazu ging es dieses Jahr auf die Franz Senn-Hütte in die Stubaier Alpen.

Am Freitag Nachmittag fuhren wir nach Neustift im Stubaital. Da wir etwas verspätet ankamen, verpassten wir zum Glück gerade noch den Nieselregen, der uns sonst auf dem Zustieg zur Hütte begleitet hätte. Schon von weitem ist die Hütte über das Hochplateau sichtbar und der einstündige Aufstieg kommt einem bei weitem nicht so lange vor.

Der darauffolgende Morgen war sehr wechselhaft und so entschieden wir uns auf den Sommerwandferner zu gehen. Bei leichtem Regen stiegen wir an der Sommerwand vorbei, in südöstlicher Richtung auf knapp über 3000 Meter, um eine geeignete Gletscherspalte für unsere geplante Spaltenbergung zu finden. Entgegen den anderen Gruppen auf der Hütte wollten wir nämlich keine Trockenübung an den Felsen vor der Hütte veranstalten, sondern auch tatsächlich unter realen Bedingungen üben. Vorab gab es noch eine kleine Seilkunde, um die erforderlichen Klemmknoten für die Bergung kennenzulernen. Anschließend machten wir uns auf die Suche nach einer geeigneten Spalte, um die Theorie dann in die Praxis umzusetzen.


Nachdem wir endlich die (wohl einzige noch vorhandene) Spalte auf dem Sommerwandferner gefunden hatten, ließen wir erst einmal Sevi, den 10-jährigen Sohn von Werner, in die Spalte hinab, um ihn mit seinem geringen Gewicht auf alle Fälle auch wieder nach oben zu bekommen (zur Not auch mit unorthodoxen Mitteln). Nach einem zweiten erfolgreichen Versuch mit mir als Opfer, wurde es den Teilnehmern dann auch bald etwas zu kalt, weil es in der Zwischenzeit zu schneien begonnen hatte. Schließlich ließen Sevi und ich uns noch in die Spalte abseilen um uns mit den Eisgeräten wieder rauszupickeln. Dann packten wir schnell wieder alles zusammen und liefen diretissima über den Gletscher (nicht angeseilt) nach unten. Die entgegenkommende Ingolstädter-Sektion konnte dabei wohl nur noch den Kopf schütteln, als sie uns (vorschriftsmäßig angeseilt) entgegen kam.

Der kommende Tag war zwar auch nicht gerade mit Sonnenschein gesegnet, aber dafür war es trocken. Wir wollten auf den Berglasferner, südwestlich der Franz Senn-Hütte gehen, weil dieser noch etwas spaltenreicher sein sollte. Außerdem gab es am Vortag kein Plankeis, an dem man mit Steigeisen hätte üben können. Durch teilweise dichten Nebel stiegen wir an einer Moräne südlich des Berglastals an den Fuß des Ferners. Glücklicherweise konnten wir von der Ferne schon das Eis aus dem Gletscher blitzen sehen, dass freute dann auch die Teilnehmer, die endlich mal die Steigeisen anziehen durften. In der Mitte des Gletschers setze Werner ein paar Eisschrauben und die Gruppe durfte mit Pickel in der Hand und Steigeisen an den Füßen an dem eingehängten Fixseil prusiken und am anderen Ende des Seiles wieder abzseilen.

Nach dieser Übung, warfen wir uns noch alle in den feuchten Schnee und übten das Bremsen mit dem Pickel, falls man in steilem Gelände ausrutschen sollte. Sichtlich begeistert war mal wieder unser jüngster Teilnehmer, der sich gleich fünfmal nass machen wollte.

Der Abstieg erfogte über teilweise wegloses Blockgelände aus Granit und auch wenn an diesem Wochenende keine Sonne schien, durften wir trotzdem alle mit einem Sonnenbrand als Andenken nach Hause fahren.

Geschrieben von Poschi in: Bergsteigen | Schlagwörter: , , , , , ,
Jun
21
2009

Dreiländergiro in Nauders, 168 km und 3300 hm

Straßen und Wetter – Bergauf bergab

Am Samstag reisten wir (Marold und Poschi) nach Nauders, um am Tag darauf den Dreiländergiro über das Stilfser Joch, durch Österreich, Südtirol und die Schweiz zu bestreiten.

Der Moderator der Veranstaltung versprach uns für den kommenden Renntag ein trockenes, aber leider kein allzu warmes Wetter, was uns zwar etwas zweifelhaft für die Abfahrten stimmte, aber die gehegten Gedanken an eine Nichtteilnahme verdrängte. Ausschlaggebend sollte für uns allein das Wetter am Start sein.

Um 4.45 Uhr hieß es am Sonntag „raus aus den Federn“, um noch schnell das Lunchpaket des Hotels nach Brauchbarem für ein angemessenes Frühstück zu durchstöbern. Draußen war es trocken, das bedeutete auf jeden Fall mal an den Start zu fahren. Marold drückte sich ein Käsebrot in die Backen und schlürfte nebenbei ein Müsli, das es am Samstag bei der Startnummernausgabe als Beilage gab. Ich selbst konnte gerade so das Müsli „trinken“, mehr ging allerdings nicht.

Um halb sechs fuhren wir schließlich mit dem Auto von Pfunds, die zehn Kilometer lange Passstraße hinauf nach Nauders, um an einer Liftstation die Räder für das Rennen startklar zu machen.


HammerGel

Am Start waren bereits einige tausend Leute, somit drängten wir uns etwas von der Seite an die vorderen Plätze, da die Erfahrung bei anderen Rennen dieser Art schon zeigte, dass man mit Überholen einfach zu viel Zeit verliert.

Pünktlich um 06.30 Uhr betätigte der DJ im Startbereich seinen „Play-Button“ und hämmerte uns „Thunderstruck“ von AC/DC um die Ohren. Schon packte ich die Luftgitarre aus und zupfte an den virtuellen Seiten, bis das Feld schön langsam zu rollen begann.

Der Start verlief hervorragend und wir kamen mit den ersten 200 Startern gut voran.

Es ging ein paar Kilometer über den Reschenpass und rechts am Reschensee vorbei in Richtung Prad. Von dort aus steilte sich das Gelände zum ersten Mal auf und wir waren kurz vor der Einfahrt in die kommenden 48 Kehren des Silfser Joch.

Bisher waren die Temperaturen noch erträglich, vor allem beim Bergauffahren hatten wir bis dato keine Probleme.

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Geschrieben von Poschi in: Radsport | Schlagwörter: , , , , , , , ,