Okt
31
2009

Weißseespitze Nordwand 3532 m (50° und 500 hm), Kaunertal – Ötztaler Alpen

Lange Anreise und ein frostiger Einstieg

Um vier Uhr morgens bereits starteten wir ins Kaunertal, um unsere erste Eiswand für diese Saison zu begehen. Nach einer fast vierstündigen Anreise in das Skigebiet erreichten wir den Parkplatz an der Liftsation des Gepatschgletschers. Alle parkenden Fahrzeuge hatten jede Menge Skiausrüstung dabei. Als wir unseren Kofferaum öffneten um die Eisgeräte und Pickel auszuladen, hatte man das Gefühl, manche der Pistenpioniere sehen zum ersten Mal jemanden mit Eisausrüstung.

Wir gingen quer durch das Skigebiet an den Skifahrern vorbei, zum Einstieg der Wand. Werner, Jörg, Rupp und Poschi bildeten gemeinsam eine Seilschaft. Wir wollten fast die ganze Wand hindurch sichern. Dies kostete uns natürlich jede Menge Zeit und somit brauchten wir rund fünf Stunden um die Wand zu begehen.

Für Rupp und Jörg war es sowieso das erste Mal, dass sie eine Eiswand hinauf gepickelt sind. Poschi hingegen schaute sich die Wand aus einer ganz anderen Perspektive an. Er plant für das Frühjahr eine Skibefahrung der Nordwand, solange das Liftprojekt hinauf zum Gipfel noch nicht realisiert ist.

Die Wand selbst ist in zwei Teile aufgeteilt. Im unteren Bereich ein Steilaufschwund, der durch ein flacheres Stück unterbrochen wird. Anschließend mündet die Wand nochmals in einen steileren Teil bis kurz vor den Gipfel.

Auf dem Gipfel hat man einen herrlichen Ausblick über die Ötztaler Alpen und hinüber zur Ortlergruppe. Der Abstieg erfolgte schließlich über den Westgrat hinunter auf die Skipiste.

Geschrieben von Poschi in: Eisklettern | Schlagwörter: , , , , ,
Jan
18
2009

Eisklettern am rechten Arzmoosfall und am Sylvenstein (WI 3-4)

Ice, Ice Baby!

Zum ersten Mal in diesem Winter hat es uns nicht zum Skitourengehen in die Berge gezogen, sondern um gefrorene Wasserfälle mit unseren Eisgeräten unsicher zu machen. Mit von der Partie waren Johnny, Lolo und der Eiskletterrookie Poschi. Um die Saison langsam zu beginnen, war unser erstes Ziel der Arzmoosfall am Sudelfeld. Dieser Eisfall liegt in der Nähe der Kelheimer Hütte auf etwa 1030 Meter. Leider sahen wir sofort bei unserer Ankunft, dass der linke der beiden Fälle bereits der Sonne und den warmen  Temperaturen zum Opfer gefallen war. Somit kletterten wir nur den rechten Arzmoosfall mehrmals mit einigen kurzen Varianten. Für Poschi waren es die ersten Meter Eis, die er sich souverän, mit Steigeisen und Eisgeräten “bewaffnet”, hinaufpickelte.

Schmankerl mit Zustiegshürde am Sylvenstein

Am Nachmittag wechselten wir die Kulisse. “Drüben am Sylvensteinstausee gehts eigentlich immer gut”, so Lolo zu den anderen beiden. Nachdem der Parkplatz des “unteren Kessels” voll war, entschieden wir uns für einen abgelegenen Fall wenige Kilometer weiter. Doch der schöne Eisfall musste sich erst verdient werden. Beim Zustieg stellte sich uns ein 15 Meter breiter Fluss in den Weg und wurde mehr oder weniger elegant überquert. Bei perfektem Softeis sammelten wir im Anschluss einige Klettermeter im steilen Eis. Dieser Tag hat Lust auf mehr gemacht!

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Geschrieben von Lolo in: Eisklettern | Schlagwörter: , , ,